Das Zitat im Juni stammt aus Hermann Hesses weltberühmten Buch "Der Steppenwolf". Dieses handelt von dem vereinsamten Künstler Harry Haller, der sich gleichzeitig nach Liebe und Unabhängigkeit sehnt, das Bürgertum zugleich anziehend und abstoßend findet und sich selbst als zweigespaltenes Wesen zwischen Mensch und Tier wahrnimmt. Er versucht auf verschiedenen Wegen, den Sinn seines Lebens zu finden.
Man beachte, dass dieses Zitat ein einziger Satz ist.
"Wer die anderen Tage geschmeckt hat, die bösen, die mit den Gichtanfällen oder die mit jenem schlimmen, hinter den Augäpfeln festgewurzelten, teuflisch jede Tätigkeit von Auge und Ohr aus einer Freude zur Qual verhexenden Kopfweh, oder jene Tage des Seelensterbens, jene argen Tage der inneren Leere und Verzweiflung, an denen uns, inmitten der zerstörten und von Aktiengesellschaften ausgesogenen Erde, die Menschenwelt und sogenannte Kultur in ihrem verlogenen und gemeinen blechernen Jahrmarktsglanz auf Schritt und Tritt wie ein Brechmittel entgegengrinst, konzentreiert und zum Gipflel der Unleidlichkeit getrieben im eigenen kranken Ich - wer jene Höllentage geschmeckt hat, der ist mit solchen Normal- und Halbundhalbtagen gleich dem heutigen sehr zufrieden, dankbar sitzt er am warmen Ofen, dankbar stellt er beim Lesen des Morgenblattes fest, dass auch heute wieder kein Krieg ausgebrochen, keine neue Diktatur errichtet, keine besonders krasse Schweinerei in Politik und Wirtschaft ausgedeckt worden ist, dankbar stimmt er die Saiten seiner verrosteten Leier zu einem gemäßigten, einem leidlich frohen, einem nahezu vergnügten Dankpsalm, mit dem er seinen stillen, sanften, etwas mit Brom betäubten Zufriedenheitshalbundhalbgott langweilt, und in der laudicken Luft dieser zufriedenen Langeweile, dieser sehr dankenswerten Schmerzlosigkeit sehen die beiden, der öde nickende Halbundhalbgott und der leicht angegraute, den gedämpften Psalm singende Halbundhalbmensch, einander wie Zwillinge ähnlich."
Montag, 6. Juni 2011
Samstag, 28. Mai 2011
Neuer Schreibaufruf : Dir sind keine GRENZEN gesetzt!
Nach der erfolgreichen Veröffentlichung unseres zweiten Buches "Träume! Rebelliere! Lebe!", welches natürlich über unsere E-mail-Adresse und in unserer Schule zu erwerben ist, wollen wir gleich einen neuen Schreibaufruf starten, der sich an ALLE an unserem Gymnasium richtet: Schüler, Lehrer, Hausmeister, Essensfrauen,....
Das Thema ist "Grenzen", was ihr interpretieren könnt, wie ihr wollt. Egal, ob es um grenzenlose Liebe geht, um Grenzen in den Köpfen der Menschen, ob man an seine eigenen Grenzen stößt, um Landesgrenzen oder Grenzüberschreitungen, alles ist erlaubt. Wir freuen uns über jeden kreativen Kopf!
Das Thema ist "Grenzen", was ihr interpretieren könnt, wie ihr wollt. Egal, ob es um grenzenlose Liebe geht, um Grenzen in den Köpfen der Menschen, ob man an seine eigenen Grenzen stößt, um Landesgrenzen oder Grenzüberschreitungen, alles ist erlaubt. Wir freuen uns über jeden kreativen Kopf!
Montag, 2. Mai 2011
Zitat des Monats - Mai
Das Zitat in diesem Monat stammt aus der Feder von William Shakespeare, aus seinem Werk "Ein Sommernachtstraum", welches sich übrigens sehr gut dazu eignet, in einer Sommernacht durchgelesen zu werden. Im fünften Akt der ersten Szene gibt Theseus folgende Erkenntnis zum Besten:
"Verliebte und Verrückte sind beide von so brausendem Gehirn, so bildungsreicher Phantasie, die wahrnimmt, was nie die kühlere Vernunft begreift. Wahnwitzige, Poeten und Verliebte bestehn aus Einbildung."
"Verliebte und Verrückte sind beide von so brausendem Gehirn, so bildungsreicher Phantasie, die wahrnimmt, was nie die kühlere Vernunft begreift. Wahnwitzige, Poeten und Verliebte bestehn aus Einbildung."
Montag, 4. April 2011
Zitat des Monats - April
Das Zitat im Monat April ist aus Johann Wolfgang Goethes Lebenswerk "Faust", genauer gesagt aus dem ersten Teil, der voll so viel Lebensweisheit ist, dass man kaum alles erfassen kann.
Die Szene ist im Studierzimmer, wo sich Mephisto Faust zum ersten Mal zeigt und vorstellt.
"Ich bin der Geist der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles was entsteht
Ist wert das es zugrunde geht;
Drum besser wär`s dass nichts entstünde.
So ist denn alles was ihr Sünde,
Zertörung, kurz das Böse nennt,
mein eigentliches Element."
Die Szene ist im Studierzimmer, wo sich Mephisto Faust zum ersten Mal zeigt und vorstellt.
"Ich bin der Geist der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles was entsteht
Ist wert das es zugrunde geht;
Drum besser wär`s dass nichts entstünde.
So ist denn alles was ihr Sünde,
Zertörung, kurz das Böse nennt,
mein eigentliches Element."
Mittwoch, 2. März 2011
Zitat des Monats - März
Das Zitat des Monats im März stammt aus einem Buch, das sicherlich einige von euch kennen. Es ist "Whisper" von Isabel Abedi (Kapitel 13):
"Ich glaube, dass die Angst, die man hat, wenn man an einem Abgrund steht, in Wahrheit vielmehr eine Sehnsucht ist. Eine Sehsucht, sich fallen zu lassen - oder die Arme auszubreiten und zu fliegen."
"Ich glaube, dass die Angst, die man hat, wenn man an einem Abgrund steht, in Wahrheit vielmehr eine Sehnsucht ist. Eine Sehsucht, sich fallen zu lassen - oder die Arme auszubreiten und zu fliegen."
Montag, 7. Februar 2011
Zitat des Monats - Februar
Das Zitat in diesem Monat stammt aus dem Roman "Der Tänzer" von Colum McCann. Das Buch erzählt auf eindrucksvolle Weise die Geschichte des Lebens von Rudolf Nurejew, einem der besten Tänzer aller Zeiten. Aus vielen verschiedenen Perspektiven wird seine Kindheit in der Sowjetunion, sein rasanter Aufstieg und sein Alltag als weltberühmter Tänzer erzählt. Es ist kein Buch für schwache Nerven, aber trotzdem sehr lesenswert!
Das Zitat ist einem fiktiven Brief Nurejews an seine Schwester entnommen:
"Es stimmt: Ich habe am nächsten Abend getanzt. Aber für mich findet im Tanz jedes Gefühl seinen Ausdruck, nicht nur Freude, sondern auch Tod, Sinnlosigkeit und Einsamkeit. Sogar die Liebe muss die Einsamkeit überwinden. Also habe ich ihn durch Tanz zum Leben erweckt. Als ich auf die Bühne trat, breitete ich die Flügel aus und war frei. Du wirst das vielleicht nicht glauben wollen, aber es ist die Wahrheit."
Das Zitat ist einem fiktiven Brief Nurejews an seine Schwester entnommen:
"Es stimmt: Ich habe am nächsten Abend getanzt. Aber für mich findet im Tanz jedes Gefühl seinen Ausdruck, nicht nur Freude, sondern auch Tod, Sinnlosigkeit und Einsamkeit. Sogar die Liebe muss die Einsamkeit überwinden. Also habe ich ihn durch Tanz zum Leben erweckt. Als ich auf die Bühne trat, breitete ich die Flügel aus und war frei. Du wirst das vielleicht nicht glauben wollen, aber es ist die Wahrheit."
Sonntag, 30. Januar 2011
Schreibwettbewerb zum Thema "Rebellion"
Das neue Jahr wollen wir gleich mit einem neuen Schreibwettbewerb starten, zu dem ihr alle herzlich eingeladen seid. Egal, ob ihr zu dem Thema "Rebellion" eine Kurzgeschichte, ein Gedicht, einen Kommentar oder etwas völlig Neues schreiben wollt, lasst eurer Fantasie freien Lauf und sendet uns eure Ergebnisse bis zum 11. März. Die besten Texte werden wieder in einem Sammelband veröffentlicht, den wir in der Schule verkaufen werden, und natürlich gibt es für die Gewinner einen kleinen Preis. Also, wenn ihr gerne schreibt und schon immer auf die Möglichkeit, einen Text zu veröffentlichen, gewartet habt - hier ist sie! Wir freuen uns auf eure Ideen und wünschen euch viel Spaß beim Schreiben!
Freitag, 14. Januar 2011
Zitat des Monats - Januar
Im neuen Jahr möchten wir euch monatlich die schönsten Zitate vorstellen, die uns auf unseren Reisen durch die Welt der Literatur begegnen.
Das erste Zitat dieses Jahres stammt aus der Feder von Johann Wolfgang von Goethe und ist in seinem lesenswerten Buch "Die Leiden des jungen Werther" zu finden:
Donnerstag, 13. Januar 2011
Unser erstes Buch!
Es ist so weit! Unser erstes selbst geschriebenes Buch ist bereits vor Weihnachten erschienen und trägt den schönen Namen "Weihnachten und andere Katastrophen".
Darauf sind wir echt stolz, weil es ausschließlich aus unseren Gedichten und Kurzgeschichten besteht.
Damit unsere weiteren Bücher noch vielseitiger und voller werden können, sind wir aber auf eure Hilfe angewiesen! Wenn ihr Spaß am Schreiben habt und eure Werke auch gerne veröffentlichen wollt, könnt ihr jederzeit mit uns in Kontakt treten. Einer der vielen Vorteile einer Veröffentlichung in unserem Verlag: Ihr geht in die Schulgeschichte ein! Unser Buch ist jetzt nämlich auch in der Schulbibliothek zu finden. Stellt euch mal vor, dass ihn fünfzig Jahren Schüler in diesem Buch blättern und euren Namen lesen! Und wer weiß, vielleicht seid ihr zu dem Zeitpunkt ja vielleicht schon bekannte Autoren?
Also, kreativ sein lohnt sich und macht wirklich Spaß!
In dem Sinne: Keep writing.....
Montag, 13. Dezember 2010
Gedicht des Monats - Dezember
Bei Übersendung meines Bildes
Nimm hin dies Bild, das auch in weite Ferne
Dir folgen darf, Geliebter! nimm es hin!
Und glaub' es seinem Lächeln, es wird gerne
An Deiner Brust die weite Welt durchziehn.
Betracht' es oft in stillen Augenblicken,
Wenn Einsamkeit Dich schwermuthsvoll umgiebt.
Und dann gedenk' mit schmerzlichem Entzücken
Der schönen Zeit, in der wir uns geliebt.
Sie ist vorüber - - doch die öde Leere
Getrennter Liebe, die im Busen mir
Durch Lethe's Quell nur auszufüllen wäre,
Stillt meiner Züge leiser Umriss Dir.
So nimm mein Bild, zum liebevollen Pfande
Der treusten Neigung, nimm es freundlich an,
Und es begleite Dich in ferne Lande,
Wohin ich nur im Geist Dir folgen kann.
Wenn aus der Fülle goldner Jugendträume
Die Wirklichkeit Dich kalt und bitter scheucht,
So trage Ahndung Dich in höh're Räume,
Und Hoffnung mache dann das Herz Dir leicht.
Sie zeige Dir die Zukunft, die dem Kummer
Dem irdischen, als stilles Ziel erscheint,
Wo nach des Todes träumeleerem Schlummer
Ein reines Glück auf ewig uns vereint.
Bis dahin gönne diesem Bild die Stelle
An Deiner Brust, in der es längst gewohnt,
Einst wird das Dunkel unsrer Zukunft helle,
Dann wird uns des Entbehrens Schmerz belohnt.
Mit diesem Glauben lass gefasst uns scheiden
Und muthig nimm mein letztes Abschiedswort.
Ach hier auf Erden müssen wir uns meiden -
Doch wiedersehen werden wir uns dort.
Charlotte von Ahlefeld
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