Im August haben wir für euch zwei Zitate aus einem Buch (weil beide so kurz sind), das den Titel "Remake" trägt und von Alison Allen-Gray geschrieben wurde. Es behandelt das seit Jahren immer mal wieder oder auch dauerhaft aktuelle Thema des Klonens.Wissenschaft oder Ethik, absolute Kontrolle oder Einzigartigkeit, das sind die gegensätzlichen Ideale in dieser Debatte. Welche Einstellung der Protagonist zu diesem Thema hat, zeigt sich in den beiden Zitaten.
"Der menschliche Verstand ist der komplizierteste Mechanismus der Welt....und jeder von uns muss mit seinem eigenen fertig werden."
"Wir sind....alle einzigartig und unersetzlich, so wie die Schatten der Wolken über den Bergen oder die Flammen des Feuers."
Letersi-Verlag
Freitag, 26. August 2011
Samstag, 2. Juli 2011
Zitat des Monats - Juli
Diesen Monat haben wir ein Zitat von William Shakespeare ausgewählt, das in „König Heinrich der Vierte“ (1. Teil, 5. Aufzug, 1. Szene) zu finden ist. Der übergewichtige, alte Sir John Falstaff führt in jeder Beziehung ein zügelloses Leben, er ist ein Feigling, Drückeberger und Lügner, allerdings weniger aus Bosheit als aus Bequemlichkeit. Im Dialog mit Prinz Heinrich äußert er seine Angst vor der bevorstehenden Schlacht. Dieser meint, nicht er, sondern höchstens ein Gebet könne ihm helfen.
Falstaff: Ich wollte, es wäre Schlafenszeit, Heinz, und alles gut.
Prinz Heinrich: Ei, du bist Gott einen Tod schuldig. (Ab.)
Falstaff: Er ist noch nicht verfallen, ich möchte ihn nicht gern vor seinem Termin bezahlen. Was brauche ich so bei der Hand zu sein, wenn er mich nicht ruft? Gut, es mag sein: Ehre beseelt mich, vorzudringen. Wenn aber Ehre mich beim Vordringen entseelt? wie dann? Kann Ehre ein Bein ansetzen? Nein. Oder einen Arm? Nein. Oder den Schmerz einer Wunde stillen? Nein. Ehre versteht sich also nicht auf die Chirurgie? Nein. Was ist Ehre? Ein Wort. Was steckt in dem Wort Ehre? Was ist diese Ehre? Luft. Eine feine Rechnung! - Wer hat sie? Er, der vergangenen Mittwoch starb: fühlt er sie? Nein. Hört er sie? Nein. Ist sie also nicht fühlbar? Für die Toten nicht. Aber lebt sie nicht etwa mit den Lebenden? Nein. Warum nicht? Die Verleumdung gibt es nicht zu. Ich mag sie also nicht. - Ehre ist nichts als ein gemalter Schild beim Leichenzuge, und so endigt mein Katechismus. (Ab.)
Falstaff: Ich wollte, es wäre Schlafenszeit, Heinz, und alles gut.
Prinz Heinrich: Ei, du bist Gott einen Tod schuldig. (Ab.)
Falstaff: Er ist noch nicht verfallen, ich möchte ihn nicht gern vor seinem Termin bezahlen. Was brauche ich so bei der Hand zu sein, wenn er mich nicht ruft? Gut, es mag sein: Ehre beseelt mich, vorzudringen. Wenn aber Ehre mich beim Vordringen entseelt? wie dann? Kann Ehre ein Bein ansetzen? Nein. Oder einen Arm? Nein. Oder den Schmerz einer Wunde stillen? Nein. Ehre versteht sich also nicht auf die Chirurgie? Nein. Was ist Ehre? Ein Wort. Was steckt in dem Wort Ehre? Was ist diese Ehre? Luft. Eine feine Rechnung! - Wer hat sie? Er, der vergangenen Mittwoch starb: fühlt er sie? Nein. Hört er sie? Nein. Ist sie also nicht fühlbar? Für die Toten nicht. Aber lebt sie nicht etwa mit den Lebenden? Nein. Warum nicht? Die Verleumdung gibt es nicht zu. Ich mag sie also nicht. - Ehre ist nichts als ein gemalter Schild beim Leichenzuge, und so endigt mein Katechismus. (Ab.)
Sonntag, 26. Juni 2011
Grüße vom Ijsselmeer
Fünf wunderbar erholte Verlags-Mitglieder senden euch ihre Grüße vom Ijsselmeer, wo wir Segeln waren und uns für unser neues Thema "Grenzen" inspirieren lassen haben. Unser Schiff hieß "Eenhoorn", und wir haben es inzwischen in unser Herz geschlossen, genau wie das ewige Schaukeln auf See und die Gemeinschaft an Bord.
Montag, 6. Juni 2011
Zitat des Monats - Juni
Das Zitat im Juni stammt aus Hermann Hesses weltberühmten Buch "Der Steppenwolf". Dieses handelt von dem vereinsamten Künstler Harry Haller, der sich gleichzeitig nach Liebe und Unabhängigkeit sehnt, das Bürgertum zugleich anziehend und abstoßend findet und sich selbst als zweigespaltenes Wesen zwischen Mensch und Tier wahrnimmt. Er versucht auf verschiedenen Wegen, den Sinn seines Lebens zu finden.
Man beachte, dass dieses Zitat ein einziger Satz ist.
"Wer die anderen Tage geschmeckt hat, die bösen, die mit den Gichtanfällen oder die mit jenem schlimmen, hinter den Augäpfeln festgewurzelten, teuflisch jede Tätigkeit von Auge und Ohr aus einer Freude zur Qual verhexenden Kopfweh, oder jene Tage des Seelensterbens, jene argen Tage der inneren Leere und Verzweiflung, an denen uns, inmitten der zerstörten und von Aktiengesellschaften ausgesogenen Erde, die Menschenwelt und sogenannte Kultur in ihrem verlogenen und gemeinen blechernen Jahrmarktsglanz auf Schritt und Tritt wie ein Brechmittel entgegengrinst, konzentreiert und zum Gipflel der Unleidlichkeit getrieben im eigenen kranken Ich - wer jene Höllentage geschmeckt hat, der ist mit solchen Normal- und Halbundhalbtagen gleich dem heutigen sehr zufrieden, dankbar sitzt er am warmen Ofen, dankbar stellt er beim Lesen des Morgenblattes fest, dass auch heute wieder kein Krieg ausgebrochen, keine neue Diktatur errichtet, keine besonders krasse Schweinerei in Politik und Wirtschaft ausgedeckt worden ist, dankbar stimmt er die Saiten seiner verrosteten Leier zu einem gemäßigten, einem leidlich frohen, einem nahezu vergnügten Dankpsalm, mit dem er seinen stillen, sanften, etwas mit Brom betäubten Zufriedenheitshalbundhalbgott langweilt, und in der laudicken Luft dieser zufriedenen Langeweile, dieser sehr dankenswerten Schmerzlosigkeit sehen die beiden, der öde nickende Halbundhalbgott und der leicht angegraute, den gedämpften Psalm singende Halbundhalbmensch, einander wie Zwillinge ähnlich."
Man beachte, dass dieses Zitat ein einziger Satz ist.
"Wer die anderen Tage geschmeckt hat, die bösen, die mit den Gichtanfällen oder die mit jenem schlimmen, hinter den Augäpfeln festgewurzelten, teuflisch jede Tätigkeit von Auge und Ohr aus einer Freude zur Qual verhexenden Kopfweh, oder jene Tage des Seelensterbens, jene argen Tage der inneren Leere und Verzweiflung, an denen uns, inmitten der zerstörten und von Aktiengesellschaften ausgesogenen Erde, die Menschenwelt und sogenannte Kultur in ihrem verlogenen und gemeinen blechernen Jahrmarktsglanz auf Schritt und Tritt wie ein Brechmittel entgegengrinst, konzentreiert und zum Gipflel der Unleidlichkeit getrieben im eigenen kranken Ich - wer jene Höllentage geschmeckt hat, der ist mit solchen Normal- und Halbundhalbtagen gleich dem heutigen sehr zufrieden, dankbar sitzt er am warmen Ofen, dankbar stellt er beim Lesen des Morgenblattes fest, dass auch heute wieder kein Krieg ausgebrochen, keine neue Diktatur errichtet, keine besonders krasse Schweinerei in Politik und Wirtschaft ausgedeckt worden ist, dankbar stimmt er die Saiten seiner verrosteten Leier zu einem gemäßigten, einem leidlich frohen, einem nahezu vergnügten Dankpsalm, mit dem er seinen stillen, sanften, etwas mit Brom betäubten Zufriedenheitshalbundhalbgott langweilt, und in der laudicken Luft dieser zufriedenen Langeweile, dieser sehr dankenswerten Schmerzlosigkeit sehen die beiden, der öde nickende Halbundhalbgott und der leicht angegraute, den gedämpften Psalm singende Halbundhalbmensch, einander wie Zwillinge ähnlich."
Samstag, 28. Mai 2011
Neuer Schreibaufruf : Dir sind keine GRENZEN gesetzt!
Nach der erfolgreichen Veröffentlichung unseres zweiten Buches "Träume! Rebelliere! Lebe!", welches natürlich über unsere E-mail-Adresse und in unserer Schule zu erwerben ist, wollen wir gleich einen neuen Schreibaufruf starten, der sich an ALLE an unserem Gymnasium richtet: Schüler, Lehrer, Hausmeister, Essensfrauen,....
Das Thema ist "Grenzen", was ihr interpretieren könnt, wie ihr wollt. Egal, ob es um grenzenlose Liebe geht, um Grenzen in den Köpfen der Menschen, ob man an seine eigenen Grenzen stößt, um Landesgrenzen oder Grenzüberschreitungen, alles ist erlaubt. Wir freuen uns über jeden kreativen Kopf!
Das Thema ist "Grenzen", was ihr interpretieren könnt, wie ihr wollt. Egal, ob es um grenzenlose Liebe geht, um Grenzen in den Köpfen der Menschen, ob man an seine eigenen Grenzen stößt, um Landesgrenzen oder Grenzüberschreitungen, alles ist erlaubt. Wir freuen uns über jeden kreativen Kopf!
Montag, 2. Mai 2011
Zitat des Monats - Mai
Das Zitat in diesem Monat stammt aus der Feder von William Shakespeare, aus seinem Werk "Ein Sommernachtstraum", welches sich übrigens sehr gut dazu eignet, in einer Sommernacht durchgelesen zu werden. Im fünften Akt der ersten Szene gibt Theseus folgende Erkenntnis zum Besten:
"Verliebte und Verrückte sind beide von so brausendem Gehirn, so bildungsreicher Phantasie, die wahrnimmt, was nie die kühlere Vernunft begreift. Wahnwitzige, Poeten und Verliebte bestehn aus Einbildung."
"Verliebte und Verrückte sind beide von so brausendem Gehirn, so bildungsreicher Phantasie, die wahrnimmt, was nie die kühlere Vernunft begreift. Wahnwitzige, Poeten und Verliebte bestehn aus Einbildung."
Montag, 4. April 2011
Zitat des Monats - April
Das Zitat im Monat April ist aus Johann Wolfgang Goethes Lebenswerk "Faust", genauer gesagt aus dem ersten Teil, der voll so viel Lebensweisheit ist, dass man kaum alles erfassen kann.
Die Szene ist im Studierzimmer, wo sich Mephisto Faust zum ersten Mal zeigt und vorstellt.
"Ich bin der Geist der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles was entsteht
Ist wert das es zugrunde geht;
Drum besser wär`s dass nichts entstünde.
So ist denn alles was ihr Sünde,
Zertörung, kurz das Böse nennt,
mein eigentliches Element."
Die Szene ist im Studierzimmer, wo sich Mephisto Faust zum ersten Mal zeigt und vorstellt.
"Ich bin der Geist der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles was entsteht
Ist wert das es zugrunde geht;
Drum besser wär`s dass nichts entstünde.
So ist denn alles was ihr Sünde,
Zertörung, kurz das Böse nennt,
mein eigentliches Element."
Mittwoch, 2. März 2011
Zitat des Monats - März
Das Zitat des Monats im März stammt aus einem Buch, das sicherlich einige von euch kennen. Es ist "Whisper" von Isabel Abedi (Kapitel 13):
"Ich glaube, dass die Angst, die man hat, wenn man an einem Abgrund steht, in Wahrheit vielmehr eine Sehnsucht ist. Eine Sehsucht, sich fallen zu lassen - oder die Arme auszubreiten und zu fliegen."
"Ich glaube, dass die Angst, die man hat, wenn man an einem Abgrund steht, in Wahrheit vielmehr eine Sehnsucht ist. Eine Sehsucht, sich fallen zu lassen - oder die Arme auszubreiten und zu fliegen."
Montag, 7. Februar 2011
Zitat des Monats - Februar
Das Zitat in diesem Monat stammt aus dem Roman "Der Tänzer" von Colum McCann. Das Buch erzählt auf eindrucksvolle Weise die Geschichte des Lebens von Rudolf Nurejew, einem der besten Tänzer aller Zeiten. Aus vielen verschiedenen Perspektiven wird seine Kindheit in der Sowjetunion, sein rasanter Aufstieg und sein Alltag als weltberühmter Tänzer erzählt. Es ist kein Buch für schwache Nerven, aber trotzdem sehr lesenswert!
Das Zitat ist einem fiktiven Brief Nurejews an seine Schwester entnommen:
"Es stimmt: Ich habe am nächsten Abend getanzt. Aber für mich findet im Tanz jedes Gefühl seinen Ausdruck, nicht nur Freude, sondern auch Tod, Sinnlosigkeit und Einsamkeit. Sogar die Liebe muss die Einsamkeit überwinden. Also habe ich ihn durch Tanz zum Leben erweckt. Als ich auf die Bühne trat, breitete ich die Flügel aus und war frei. Du wirst das vielleicht nicht glauben wollen, aber es ist die Wahrheit."
Das Zitat ist einem fiktiven Brief Nurejews an seine Schwester entnommen:
"Es stimmt: Ich habe am nächsten Abend getanzt. Aber für mich findet im Tanz jedes Gefühl seinen Ausdruck, nicht nur Freude, sondern auch Tod, Sinnlosigkeit und Einsamkeit. Sogar die Liebe muss die Einsamkeit überwinden. Also habe ich ihn durch Tanz zum Leben erweckt. Als ich auf die Bühne trat, breitete ich die Flügel aus und war frei. Du wirst das vielleicht nicht glauben wollen, aber es ist die Wahrheit."
Sonntag, 30. Januar 2011
Schreibwettbewerb zum Thema "Rebellion"
Das neue Jahr wollen wir gleich mit einem neuen Schreibwettbewerb starten, zu dem ihr alle herzlich eingeladen seid. Egal, ob ihr zu dem Thema "Rebellion" eine Kurzgeschichte, ein Gedicht, einen Kommentar oder etwas völlig Neues schreiben wollt, lasst eurer Fantasie freien Lauf und sendet uns eure Ergebnisse bis zum 11. März. Die besten Texte werden wieder in einem Sammelband veröffentlicht, den wir in der Schule verkaufen werden, und natürlich gibt es für die Gewinner einen kleinen Preis. Also, wenn ihr gerne schreibt und schon immer auf die Möglichkeit, einen Text zu veröffentlichen, gewartet habt - hier ist sie! Wir freuen uns auf eure Ideen und wünschen euch viel Spaß beim Schreiben!
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